Psychotherapeutisch-psychoanalytische Praxis Dr. Kurt Husemann | Bergmannstr. 45 - 47, 10961 Berlin-Kreuzberg

Analytische Einzelpsychotherapie

 

Was ist analytische Psychotherapie?

Seit ihrer Begründung durch Sigmund Freud wurde die Psychoanalyse als Behandlungsverfahren für seelische Erkrankungen vielfältig weiterentwickelt. Entsprechend den Notwendigkeiten der unterschiedlichen Krankheitsbilder entstanden Modifizierungen und differenzierte Anwendungsformen. Durch die ständige Weiterentwicklung von Theorie und Anwendung der Psychoanalyse entstand ein breites Spektrum psychotherapeutischer Verfahren, die von Kurzinterventionen bis hin zu intensiven Langzeitverfahren reichen.

Im Rahmen der kassenfinanzierten Psychotherapie werden verschiedene kürzere und längere Therapieverfahren eingesetzt, die nachweislich wirksam sind. Dazu gehören neben der analytischen Langzeitpsychotherapie u.a. die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die psychoanalytische Fokal- und Kurzzeittherapie und verschiedene Formen der psychodynamischen Therapie. (s. Rahmenbedingungen).

Wann ist Analytische Psychotherapie nützlich?

Analytische Psychotherapie eignet sich prinzipiell für die Behandlung sehr vieler Krankheitsbilder. Immer dann, wenn eines oder mehrere der folgenden Probleme und Symptome verstärkt oder über längere Zeit auftreten, sollte psychotherapeutische Hilfe aufgesucht werden:

  • Ängste, Niedergeschlagenheit, Unruhe, Lebensunlust, innerer Rückzug
  • sich wiederholende Kontakt- und Beziehungsschwierigkeiten
  • Spannungszustände, z. B. Spannungskopfschmerzen, Schlafstörungen, Nägelkauen, Tics
  • Zwänge, d.h. immer wiederkehrende Gedanken oder Handlungen, die als störend oder unsinnig erlebt werden
  • selbstverletzendes Verhalten, Gedanken an Selbsttötung
  • auffallend aggressives Verhalten
  • Lern- und Arbeitsstörungen
  • sexuelle Probleme
  • Suchtverhalten, z.B. Alkohol, Medikamente, Drogen, Spielsucht
  • Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Fettsucht
  • körperliche Erkrankungen wie Asthma, Migräne oder Neurodermitis, an denen häufig auch seelische Faktoren als Auslöser mit beteiligt sind.

Die Krankheiten, die zu den beschriebenen Symptomen führen können und die sich erfolgreich mit Analytischer Psychotherapie behandeln lassen, sind vor allem Depression, Angststörungen, Zwangskrankheiten, Persönlichkeitsstörungen und psychosomatische Erkrankungen. Aber auch bei psychischen Probleme als Reaktion auf schwere körperliche Erkrankungen, wie Krebs, Herzinfarkt oder HIV-Infektion läßt sich die Krankheitsverarbeitung durch psychoanalytische Therapie oftmals positiv beeinflussen.

Während der Vorgespräche klären Patient und Therapeut, welches Verfahren im Einzelfall am besten geeignet ist, die Symptome und Beschwerden nachhaltig zu lindern oder aufzulösen. Neben dem Therapieverfahren sind auch die Erfahrung und Person des Therapeuten und das Zueinander-passen von Patient und Therapeut wesentliche Faktoren für den Behandlungserfolg. Längere Behandlungen sind vor allem dann erforderlich, wenn eine Kurzzeittherapie aufgrund der Schwere oder der Besonderheit der Problematik wenig Aussicht auf dauerhaften Erfolg hat.

Wann und für wen ist Analytische Psychotherapie nötig?

Es gibt verschiedene kürzere und längere Therapieverfahren mit unterschiedlichen Vorgehensweisen, die nachweislich wirksam sind. Während der Vorgespräche muss geklärt werden, welches Verfahren im Einzelfall am besten geeignet ist, die Symptome und Beschwerden nachhaltig zu lindern oder aufzulösen, Neben dem Therapieverfahren ist aber auch die Person des Therapeuten und das Zueinander-passen von Patient und Therapeut ein wesentlicher Faktor für den Behandlungserfolg.

Analytische Psychotherapie eignet sich prinzipiell für die Behandlung sehr vieler Krankheitsbilder (s. Krankheitssymptome). Welche der verschiedenen Formen der Analytischen Psychotherapie sinnvoll und hilfreich ist, wird im Einzelfall zwischen Patient und Therapeut geklärt und vereinbart.

Behandlung

Die Analytische Psychotherapie soll einen Zugang zu den unbewussten Tiefen der Seele ermöglichen. Dazu verhilft auch ein besonderes Setting: Die Therapiestunden finden mehrmals die Woche statt – zwischen zwei- und viermal – und häufig im Liegen auf der schon sprichwörtlichen Couch. Frequenz und entspannte Körperlage fördern die Konzentration und eine intensive Beschäftigung mit sich selbst und den eigenen Phantasien, Wünschen, Träumen, Gefühlen und Gedanken.

Das Ziel der Analytischen Psychotherapie ist auf lange Sicht hin gedacht. Es geht nicht darum, Symptome möglichst schnell zum Verschwinden zu bringen, sondern darum, Einsicht in sich selbst und die bisher unbekannten Seiten zu gewinnen und daraus langfristig eine veränderte Haltung zu sich, den Mitmenschen und der Umwelt zu gewinnen. Dann werden Symptome überflüssig, weil sie nicht mehr als Hinweis für einen ungelösten Konflikt dienen müssen, und die symptombelastete unteroptimale Konfliktlösung nicht mehr nötig ist. Der Weg zu einem besser ausbalancierten Seelenleben verläuft allerdings oftmals gewunden und hält Überraschungen bereit! Die Beschwerden können sich zu Beginn der Therapie zunächst schnell bessern, es können zwischenzeitlich aber auch Verstärkungen der Symptomatik auftreten. Meist ist eine längere, mühsame Phase des Durcharbeitens der Probleme und der neu entdeckten Lösungsmöglichkeiten nötig, bevor sich eine langfristige innere Entlastung Platz macht.

Es geht in der Psychoanalyse letztlich darum, durch Bewusstmachen von Unbewusstem neue Perspektiven zu entdecken. Das verhilft dazu, das eigene Leben intensiver und gefühlvoller zu erfahren, damit mehr selbst-gestaltet und zufrieden stellend. Probleme und unvermeidliche Konflikte lassen sich dann leichter bewältigen, weil mehr Möglichkeiten und seelische Ressourcen zu Verfügung stehen.

Zentrale Fragen, die in der Psychoanalyse behandelt werden:

  • Wer bin ich?
  • Wie bin ich so geworden?
  • Was brauche ich?
  • Welche Funktion haben die Symptome?
  • Wie kann ich werden?

Das Auftauchen von unzugänglichem Unbewussten, Verdrängten wird auch durch die Therapieregeln unterstützt: Alles Seelische soll möglichst unzensiert zugelassen werden; alles, was einem gerade durch den Kopf geht, sollte ins Gespräch kommen können. Dazu bietet die Therapie einen geschützten Raum. Die Therapeuten halten sich generell eher zurück – anders als im Alltagsgespräch. Sie hören zu, warten ab und spiegeln dann die auftauchenden Gefühle, deuten mögliche innere Zusammenhänge mit früher Erfahrenem oder zeigen alternative Sichtweisen des Themas auf. So arbeitet man sich langsam und sorgfältig an einem inneren „roten Faden“ entlang, deckt bisher Unbewusstes auf und nutzt die Einsicht, um einen neuen Zugang zur Welt und zu sich selbst zu gestalten.

Typisch für eine Analytische Psychotherapie ist, dass die Wiederholungsmuster nicht nur für die Alltagssituationen besprochen werden, sondern dass auch danach geforscht wird, wo sich die Muster innerhalb der therapeutischen Beziehung abzeichnen (Übertragung). Das ist deshalb so wichtig, weil dann ganz aktuell quasi an Ort und Stelle die inneren Zusammenhänge erfahren und besprochen werden können und bisher unbewusste, unbekannte Aspekte des Themas erarbeitet werden. Die Therapeuten achten zudem auf die Gefühle und Impulse, die die Patienten in ihnen selbst auslösen – ohne sie jedoch auszuleben. Diese so genannte Gegenübertragung zeigt Ansatzpunkte für die zentralen Probleme der Patienten, und hilft dem Analytiker, den Patienten in der jeweils ganz individuellen Thematik besser zu verstehen.

Dauer und Kosten

Die Analytische Psychotherapie ist bei entsprechender Indikation eine Krankenbehandlung und wird – ebenso wie die Vorgespräche – von den gesetzlichen Krankenkassen und teilweise auch von privaten Krankenversicherungen finanziert. Näheres s. Kosten.

Analytische Psychotherapie ist auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Das liegt in der Natur der Sache: lange Verdrängtes widersteht der analytischen Arbeit und der Bewusstmachung, alte Muster können trotz ihrer offensichtlichen Nachteile so vertraut sein, dass sie scheinbare Sicherheit versprechen und alles Neue zu ängstigend erscheint. Deshalb bezahlen die Krankenkassen 160 bis 300 Therapiesitzungen. Das bedeutet eine Behandlungsdauer je nach Frequenz von zwei bis vier Jahren. In begründeten Fällen kann eine analytische Psychotherapie auch niederfrequent, d.h. einmal wöchentlich durchgeführt werden.

Ein kürzeres Verfahren (50 bis 100 Sitzungen), das aus der Analytischen Psychotherapie abgeleitet wurde, ist die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die stärker auf abgrenzbare Themen zentriert durchgeführt wird.

In akuten Krisensituationen oder wenn sich in den Vorgesprächen nicht ausreichend klären lässt, ob analytische Psychotherapie angezeigt ist, können Psychoanalytiker auch eine Kurzzeittherapie (25 Sitzungen) anbieten.

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